Ein wunderschöner Wald, Entspannung pur und eine Prise Melancholie, das ist My Dear Emma von der CAGGTUS 2026. Das Projekt des kleinen Teams von Soulven kombiniert klassisches Cozy-Gameplay mit ernsthaften Themen wie Selbstfindung und Verlustbewältigung. Wir haben uns das Spiel etwas genauer angeschaut und mit den Entwicklern Eyüp Zengin und Fabian Peters gesprochen.
Ein Serious Game, das sich nicht so anfühlt
Die Idee zu „My Dear Emma“ entsprang unter anderem dem Wunsch, sich für die „Serious Games“-Förderung in Hessen zu bewerben. Das kleine Studio wollte die Bedingungen der Förderung in das Spiel einfließen lassen, ohne dass dabei der typische Lehrspiel-Charakter im Vordergrund steht. Das Ziel: Beide Welten sinnvoll miteinander verheiraten. Herausgekommen ist ein Story-getriebenes Spiel, das zwar lehrreiche und ernste Inhalte behandelt, in seinem Kern aber dennoch ein reguläres, zu 100 % der Unterhaltung dienendes Spiel bleiben soll. Die Optik spiegelt dabei die Cosy-Elemente wie Entschleunigung und Natur wider: Eine wunderschöne, handgemachte Grafik, die laut den Entwicklern den Anspruch hat, dass man sich im Spiel fast so fühlt, als wäre man wirklich in der Natur.
Förderung, Unreal Engine und die Tücken der Entwicklung
Der Weg von „My Dear Emma“ ist eng mit Förderprogrammen verknüpft. So erhielt das Team bereits 2023 und 2024 eine Förderung, um den ersten Prototypen zu entwickeln. Auf der Messe zeigten die Entwickler nun einen nochmals fortgeschrittenen Developer-Build. Ein echter Meilenstein für das Team, das laut eigenen Aussagen zuvor noch nie mit der Unreal Engine gearbeitet hatte. Die ersten Monate bestanden fast ausschließlich aus einem reinen Lernprozess, bei dem die Engine studiert wurde. Mittlerweile steht das technische Grundgerüst und das Team hofft, durch erneute Förderungen eine vollständige Produktionsentwicklung für den finalen Release finanzieren zu können. Für interessierte Spieler gibt es auf Steam bereits eine spielbare Demoversion, die den Stand des ersten Förderungszeitraums abbildet.

Unabhängigkeit und der Umgang mit Publishern
Neben den Einblicken in die Entwicklung hatte Fabian auch Ratschläge für andere Indie-Entwickler. Sein wichtigster Tipp: Bleibt euer eigener Herr. Publisher können zwar helfen, bringen aber oft Bedingungen mit sich und wollen naturgemäß bei der kreativen Richtung mitentscheiden. Da mittlerweile selbst für die Finanzierung durch Publisher oft ein weiter fortgeschrittener Stand erwartet wird, rät Fabian dazu, ein Projekt zunächst so weit wie möglich aus eigener Kraft zu stemmen. Wenn man dann einen fertigen, gut spielbaren Prototypen hat, kann man immer noch entscheiden, ob man sich an einen Publisher wenden möchte. Zudem betont er, wie wichtig es ist, frühzeitig eine Community aufzubauen und sich Feedback einzuholen – selbst wenn es schwerfällt, neben der technischen Entwicklung des Spiels noch Zeit dafür zu finden.
Weiterführende Informationen und Links
Das Kurzinterview mit Eyüp Zengin von Soulven; (ungeschnitten, unbearbeitet):
Das Kurzinterview mit Fabian Peters von Soulven; (ungeschnitten, unbearbeitet):

