Mit dem „Professional Ship Simulator“ bringen Publisher Aerosoft und das Entwicklerstudio SWE Systems ein Projekt an den Start, das in der Community bereits als „Microsoft Flight Simulator“ für die Seefahrt gehandelt wird. Was ursprünglich als reines Hobbyprojekt eines einzelnen Entwicklers begann, ist inzwischen unter Mithilfe externer Spezialisten zu einer vollwertigen Arbeitsplatz-Simulation angewachsen. Auf der Gamescom gab es tiefe Einblicke in die Mechaniken des Spiels, das sich bewusst an echte Simulationsfans richtet und zugunsten maximaler Detailtreue auf arkadelastige Abkürzungen verzichtet. Die fünf zentralen Kernpunkte des Titels stehen dabei fest: anspruchsvolle Hydrodynamik samt Schadensmodell, reale 1:1-Karten von Rügen und Dover, ein Fuhrpark mit 17 Schiffen, ein reiner Singleplayer mit Ausbildungscharakter sowie die Unterstützung für Spezial-Hardware und Modding.

Professional Ship Simulator Brücke und Schiffe auf hoher See
Nichts für spontane Bootsfahrer – Realismus wird im Professional Ship Simulator groß geschrieben! | © Aerosoft

Kompromisslose Hydrodynamik und anspruchsvolle Fahrphysik im Professional Ship Simulator

Das Herzstück der Simulation bildet ein komplexes Physikmodell, das Wasserverdrängung, Radeffekt, Strömungen und Windabdrift präzise berechnet. Jedes Schiff reagiert spürbar auf äußere Einflüsse sowie den eigenen Tiefgang, der sich je nach Beladung und Verteilung der Fracht ändert. Wer mit schwerem Ballast unterwegs ist, spürt das veränderte Rollverhalten bei seitlichem Seegang sofort.

Die Trägheit der Schiffe spiegelt die Realität wider: Bei großen Frachtern oder Kreuzfahrtschiffen dauert ein vollständiger Beschleunigungs- oder Aufstoppvorgang problemlos bis zu 15 Minuten. Wer hier nicht vorausschauend navigiert, riskiert schwere Kollisionen mit Kaimauern oder anderen Wasserfahrzeugen. Schäden sind physikalisch abgebildet: Rumpfrisse, Schlagseite durch veränderten Trimm, Leckagen und tatsächlicher Wassereinbruch fordern den Schiffsführer heraus, wenn ein Manöver im engen Hafenbecken misslingt.

Zur Bewältigung der Schiffe stehen klickbare Instrumente auf der Brücke, Funk, Radar mit AIS sowie detaillierte Checklisten bereit. Maschinentelegrafen, Ruderlagenanzeiger und Bugstrahlruder müssen präzise koordiniert werden, um schwere Pötte auf Kurs zu halten. Das Wettersystem lässt sich flexibel anpassen und bietet Modi für dynamisches Wetter, vordefinierte Szenarien, freie Konfigurationen oder reale Wetterdaten in Echtzeit. Hohe Dünung, dichter Nebel und schwere Unwetterfronten verlangen dabei eine Navigation rein nach Instrumenten.

Rügen und Dover: Riesige 1:1-Karten mit realem Schiffsverkehr

Statt auf kleinformatige Kulissen setzt der Titel auf zwei maßstabsgetreue Einsatzgebiete im Maßstab 1:1. Neben der Ostseeinsel Rügen steht die Straße von Dover mit einer gewaltigen Fläche von 140 mal 140 Kilometern zur Verfügung. Beide Regionen basieren auf echten Geodaten. Küstenlinien, gefährliche Untiefen, Seezeichen, Leuchtfeuer und über 40 Häfen wurden detailgetreu platziert. Die Ausarbeitung von Landmarken, Bauten und Bewaldung nahm laut Entwicklerteam viele Monate an Handarbeit in Anspruch. Auf den viel befahrenen Wasserstraßen herrscht dichter Betrieb. Ein KI-Verkehrssystem simuliert Frachtschiffe, Fähren und Sportboote, die sich an Vorfahrtsregeln, Kollisionsverhütungsregeln und feste Verkehrstrennungsgebiete halten.

Spieler können die See im freien Modus erkunden, vorgefertigte Szenarien abarbeiten oder eine Karriere starten. Die Tutorials sind strukturiert aufgebaut, als würde man für eine echte Führerscheinprüfung auf See lernen. Man lernt das Lesen von Seekarten, das Auslegen von Ankern, das Festmachen mit Tauen an Pollern sowie das korrekte Deuten von Tonnen und Baken. Durch erfolgreich absolvierte Einsätze werden Credits verdient, die den Kauf neuer Schiffstypen und Patente ermöglichen.

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Viele verschiedene Schiffe, von klein bis groß, mit ihren Eigenheiten erwarten euch auf hoher See | © Aerosoft

Fuhrpark, Steuerung und Modding-Pläne

Zum Aufgebot gehören 17 unterschiedliche Schiffe. Die Palette reicht vom kleinen Ausbildungsboot über wendige Lotsenversetzboote, Seenotrettungskreuzer, Schlepper und Arbeitsboote bis hin zu riesigen Frachtern und Kreuzfahrtschiffen. Jedes Modell besitzt ein eigenes Steuerverhalten und spezifische Einsatzmöglichkeiten. Mit Schleppern werden manövrierunfähige Frachter an die Pier gedrückt, während Arbeitsboote das Setzen von Bojen übernehmen oder Rettungskreuzer bei Sturm zu Notsignalen ausrücken. Gesteuert wird wahlweise per Tastatur, Maus, Gamepad oder über externe Hardware wie Schubhebel und Ruderpedale von Herstellern wie Thrustmaster. Wer spezielle maritime Konsolen besitzt, profitiert von einer breiten Belegungsmöglichkeit für Maschinenhebel und Querstrahlruder.

Einen Mehrspielermodus gibt es zum Start nicht: Das Projekt bleibt vorerst ein reines Singleplayer-Erlebnis, da der enorme Entwicklungsaufwand für die Nische im Mehrspielerbereich derzeit nicht zu rechtfertigen wäre. Dafür setzen die Entwickler auf umfangreiche Modding-Freiheiten. Über offizielle Schnittstellen können Spieler eigene Schiffsmodelle importieren, akustische Durchsagen einbinden oder Flaggen auf den Schiffen anpassen

Der „Professional Ship Simulator“ ist am 16. September 2026 auf dem PC in den Early Access gestartet. Die Testphase ist bis Mitte 2027 angesetzt, um Rückmeldungen aus der Community in die Fertigstellung einfließen zu lassen. Weitere Details zu Mindestanforderungen und Updates gibt es direkt im offiziellen Steam-Store. Weitere Gamescom 2026 Beiträge findet ihr auf unserer Website.

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Verfasst von:

Overthinking gaming enthusiast with Twitch tendencies

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