In Leipzig präsentierte dieses Jahr das Studio RedKnot Games sein Projekt „Little Sheep Valley“ auf der CAGGTUS 2026. Im Interview gaben Youssef Jammoul und Roman Herzog spannende Einblicke, wie das direkte Feedback von Spielern das gesamte Spielkonzept auf den Kopf stellte und warum man sich als Indie-Entwickler manchmal von geliebten Ideen trennen muss.
Die Reise vom Herdenspiel zum gemütlichen Zuhause
„Little Sheep Valley“ entstand ursprünglich aus der Fantasie heraus, als Rancher mit einer Schafherde durch die Wildnis zu ziehen und sich um die Tiere zu kümmern. Während der ersten Playtests zeigte sich jedoch schnell, dass dieses Nomaden-Gameplay nicht den eigentlichen Wünschen der Spieler entsprach: Anstatt die Schafe vor sich herzutreiben, wollten die Tester sie lieber streicheln, umarmen und sich an einem festen Ort niederlassen. Das Team hörte auf dieses Feedback, verwarf die ursprüngliche Herden-Mechanik und verwandelte das Projekt stattdessen in ein gemütliches Aufbauspiel an einem festen Standort. Optisch ließen sich die Entwickler dabei unter anderem von Spielen wie „Tiny Glade“ und dessen mediterraner Wohlfühlatmosphäre inspirieren.
Förderung und Pläne für den Early Access
Das dreiköpfige Team von RedKnot Games arbeitet bereits seit rund 18 Monaten an dem Projekt. Dank einer Förderung durch das Medienboard Berlin-Brandenburg konnte die Vision in die Tat umgesetzt werden. Wer selbst Hand anlegen und seine eigene kleine Schaffarm errichten möchte, kann sich freuen: In den kommenden Monaten soll eine erste öffentliche Demo auf Steam erscheinen, damit Spieler das gemütliche Gameplay antesten können. Der Start in den Early Access ist aktuell für Q4 2026 geplant. Bis zum finalen Release wollen die Entwickler das Spiel dann noch stetig um weitere Maps und Dekorations-Sets erweitern.

Entwickler-Tipps: Eigene Stärken nutzen und Loslassen können
Für angehende Indie-Entwickler hielt das Team am Ende des Interviews noch wertvolle Ratschläge bereit: Haltet den Rahmen klein und konzentriert euch auf die Kompetenzen, die ihr bereits im Team habt. Wer gut programmieren kann, sollte eher eine Simulation anstreben, während man mit Stärken im Modellieren und Animieren den Fokus auf visuelle Aspekte legen sollte. Wer versucht, für ein Projekt zu viel Neues auf einmal zu lernen, riskiert, dass die Entwicklung viel länger dauert oder das Spiel am Ende gar nicht fertig wird. Zudem betonen die Entwickler die Wichtigkeit des Prinzips „Kill your Darlings“: Man darf nicht stur an eigenen Mechaniken festhalten, wenn Playtests zeigen, dass Setting und Gameplay einfach nicht zusammenpassen.
Little Sheep Valley – Official Reveal Trailer
Weiterführende Informationen und Links
Das Kurzinterview mit Rouven Herzog und Youssef Jammoul von RedKnot Games; (ungeschnitten, unbearbeitet):

